Comedyshow “Erika und Ingrid bringen Eier” 17.04.2019

Comedy ist wie Sport. Du musst mehrmals die Woche auftreten, um fit zu sein. Mal Geräte, mal Ausdauer. Vom Bombing gibt’s Muskelkater im Herzen, vom Killen das Runner’s High. Manchmal sind alle Geräte belegt.

Ich mache z.Z. mehr Ausdauer: lange Auftritte, Showkonzepte kreieren, auch mal hinsetzen und in Ruhe Cartoons zeigen. Und die nächste Gelegenheit das zu sehen ist am 17. April 2019 um 20.30 im Mad Monkey Room Berlin.

Den Abend teile ich mir mit der Stand-up Komikerin Erika Ratcliffe (Comedy Central! Grazer Kleinkunstvogel!). Sie zeigt Ausschnitte aus ihrem aktuellen Stand-up Comedy Programm Geil: “Die in Berlin lebende Wienerin macht Stand-up Comedy nach US-Format und behandeln auch die großen Themen wie Hardcore-Feminismus und Rassismus”. Also eher keine Jokes über Ikea.

Ich zeig euch meine neuesten Cartoons und Illustrationen: wie eine Vernissage, bei der man laut lachen darf. Eine einzigartige Mischung aus Jokes, kunstvollen Illustrationen und pointierten Anekdoten.

Also, kommt vorbei, am 17.04.2019 im Mad Monkey Room Berlin, Einlass 19.30, Start 20.30. Erika und ich – die zwei Easter Eggs der deutschen Comedyszene – freuen sich auf euch. Und zwar so sehr, ich habe einen Trailer gebastelt:

Comedyshow 17.04.2019 “Erika und Ingrid bringen Eier” from Ingrid Wenzel on Vimeo.

Kleingedrucktes:
$$$ In Berliner Comedy Tradition kostet die Show keinen Eintritt, damit jeder Kultur genießen kann – dafür geben am Ende alle nach ihrem Ermessen eine Spende in den Hut. (Spendenvorschlag: 5-1000 Eur) $$$

***Für Reservierungen einfach ins Facebook Event posten, bei Eventbrite vorbestellen oder per Email an hello (at) ingridwenzel.de***
♥ LGBTQ_IA friendly. FSK18. Barrierefrei. This Show is in German ♥

Women’s History Month bei Watson.de

Im März hat watson.de jeden Tag eine Frau und ihre Arbeit vorgestellt. So kann man kurze Porträts über tolle Persönlichkeiten wie die Ärztin Kristina Hänel, die Journalistin Sibel Schick, die Rapperin Ebow oder Politikerin Dorothee Bär lesen. Ich bin happy, die Humorbranche zu vertreten. Vielen Dank für das tolle Porträt, was ihr hier nachlesen, sowie durch alle anderen stöbern könnt:
“Frauentag: Stand-up Comedian Ingrid Wenzel macht Witze über Wichtiges”

Fotocredit: Sergey Sanin / Arrangement watson.de

Abschlussfrage jeder Vorstellung war, was man seinem jüngeren Ich raten würde. Welches ich, das gestrige oder das pubertäre, bleibt offen. Es war gar nicht einfach, die richtigen Worte zu finden. Was ist wirklich wichtig? Bitte date nicht diesen einen Freak? Was kann man wirklich raten, was nur selber herausfinden, also erraten? Interessant fand ich, dass ein bestimmter Tipp es in die Überschrift geschafft hat: Mach dich nicht klein. Tatsächlich war das ein ganz wichtiger Ratschlag meines Kollegen Heino Trusheim. Kleinmachen, sich entschuldigen – eine Eigenart, die ich bei vielen meist weiblichen Performern beobachte. Was ich mir wohl in zehn Jahren raten würde? Iss’ nicht so viel Zucker? Lass endlich den Leberfleck auschecken? Leg dein Geld ordentlich an? Habt ihr gute Tipps?

 

Ingrid Hosts the 10PM Show March 30th at Comedy Cafe Berlin

I’m hosting my Artsy Late Night Show March 30th at Comedy Café Berlin at 10pm.
Come by if you like Art, Comedy or me:
„This Artsy Late Night special is all about comedy and art – like a vernissage, where you’re allowed to laugh: one hour filled with stand-up comedy, live drawing, artsy interviews and an interactive cartoon gallery hosted by Ingrid Wenzel (Comedy Central! Comedy Talk Podcast!).“

Tickets:
Click here
More info:
https://www.facebook.com/events/373809370120777/
This show is in English.

(c) Nadja Ramsaroop

 

“This Artsy Late Night Show is all about comedy and art – like a Vernissage, where you’re allowed to laugh: one hour filled with stand-up comedy, live drawing, artsy interviews and an interactive cartoon gallery, hosted by Ingrid Wenzel (Comedy Central! Comedy Talk Podcast!).
Ingrid is a stand-up comedian, illustrator and art historian, super German from the outside, American from the inside. Her main agenda is to make life artsier and funnier and her work is rooted in truth, wit and a pinch of mischief. Originally from Celle, Germany she is now based in Berlin after living in Sweden, USA and England, and after following career paths such as business student, navy soldier and cruise ship bingo host.”

(c) Nadja Ramsaroop

 

Show time: 10:00p
The doors will open 15 minutes before show time.
Tickets: 5.50€ online / 7€ at the door

This is a weekly show created by Josh Telson. The Comedy Cafe Berlin has many other shows, great drinks and snacks.  Besides, you can take comedy and improv classes there: Check The CCB Training School and Comedy in English Berlin.

 

(c) Nadja Ramsaroop

Kunst Cartoons und Interview bei Monopol

Monopol Magazin für Kunst und Leben hat meine Cartoons über Kunst geteilt und ein Interview mit mir geführt:

Ingrid Wenzel zeichnet, was sie gerne im Museumsshop sehen würde: Die Stand-up-Comedian, Illustratorin und Kunsthistorikerin denkt sich Produkte aus, die von Kunstwerken und Künstlern beeinflusst sind und erdet so deren Aura. Wir haben die 30-jährige Berlinerin gesprochen – und zeigen ihre besten Kunstwelt-Cartoons.

Ingrid Wenzel, in Ihren Cartoons verbinden Sie Kunst und Witz. Warum kann die Kunstwelt ein bisschen mehr Humor ganz gut vertragen?
Ich glaube, dass die Kunstwelt nicht nur viel mehr Humor vertragen kann, sondern auch selbst total viel Humor liefert. Dafür muss man sie nur mit offenen Augen betrachten und für komödiantische Assoziationen und Gelegenheiten offen bleiben. Humor ist auch eine Chance, um Kunstverständnis zu fördern und Menschen den Zugang zu Kunst zu erleichtern. Aber manchmal mache ich mich auch einfach gerne lustig über Dinge, die im Museum passieren. Ich bin zum Beispiel mal an einem Gerhard-Richter-Gemälde vorbei gelaufen, vor dem eine Frau stand, die laut vorlas, wer es malte: “Ach, eine Gertrude Richter!” Sowas kann ich mir nicht ausdenken, das ist zu schön.

Neben Ihrer Tätigkeit als Illustratorin und Stand-up-Comedian sind Sie auch studierte Kunsthistorikerin. Welche neue Perspektive ermöglicht Ihnen die Auseinandersetzung durch Cartoons auf die Kunst?
Während meines Studiums in Bochum und Stockholm habe ich die Kunstszene immer als etwas spaßbefreit empfunden. In meinen Referaten habe ich beispielsweise immer gerne kleine Witze gemacht, über die dann jedoch keiner gelacht hat. Humor wird immer verstanden als “sich über etwas lustig machen”, dabei ist Lachen ja gerade etwas Verbindendes. Für mich ist Humor vielmehr die Auseinandersetzung und Wertschätzung der Kunst. Ich möchte die Kunst nicht bloßstellen, sondern durch Humor noch mehr auf den Punkt bringen und einen neuen Zugang schaffen. Ich kann mir vorstellen, mal eine Comedyshow in einem Kunstmuseum zu machen, als neue Art der Kunstvermittlung. Genauso, wie man die Ikonografie bei der Betrachtung eines historischen Gemäldes lesen lernen muss, braucht man bei meinen Cartoons Kenntnis und Vorwissen, um den Witz in ihnen zu verstehen. Ich mag also beides, Humor als Zugang zu Kunst und Kunst-Humor.

Können Ihre Cartoons auch als eine Kritik an der Kunstwelt gelesen werden?
Meine Cartoonreihe ist keine direkte Kritik an der Kunstwelt, aber kann durchaus einen Diskurs eröffnen. Als Beispiel, ich fand Banksys Schredderaktion ja schon lustig. Das Motiv gibt es auf Tassen und Kissen. Seine Kritik am Kunstbetrieb und der Kommerzialisierung seiner Kunst überspitze ich noch, indem ich mir ein verkäufliches Produkt seiner Kunst geschreddert vorstelle. Ich übertreibe also etwas, was eh schon existiert. Wenn ich das Fransenkleid wirklich einmal im Museumsladen sehen sollte, weiß ich nicht, ob ich lachen oder schreiend in einen Schredder rennen soll.

Mit einer der letzten “Tatortreiniger“-Folge oder dem neuen Netflix-Film “Velvet Buzzsaw – Die Kunst des toten Mannes” gab es kürzlich wieder einige Produktionen, die mit den Klischees der Kunstwelt spielen. Würden Sie sagen, dass Kunst-Cartoons vielleicht auch Gefahr laufen, diese Klischees zu reproduzieren?
Absolut. Klischees sind leider immer der einfachste Weg zu einer Pointe. Dieses “Ist das Kunst oder kann das weg?” kann ich nicht mehr hören. Es ist leider immer einfacher zu sagen: “das kann ich auch”, als sich wirklich mit abstrakter Kunst auseinanderzusetzen. In meinen Zeichnungen reduziere ich ein komplexes Kunstwerk auf ein imaginäres, verkäufliches Produkt. Für mich ist das mehr Hommage als Klischee. Mal mache ich mich über ein markantes Merkmal der Kunst oder die Rezeption und Vermarktung lustig. Als ich beispielsweise vor dem Rothko-Original stand, auf das sich mein Badewannen-Cartoon bezieht, hörte ich eine Besucherin sagen: “Hm, das ist ja nur rot-blau.” Nicht die Kunst selbst, sondern ihre Betrachtung versuche ich mit dem Badewannen-Cartoon zu karikieren. Ich würde das Badeöl übrigens trotzdem kaufen, eher als eine Postkarte oder einen Seidenschal.

Was unterscheidet die sprachliche und die zeichnerische Auseinandersetzung mit der Kunst?
Bei einem Bild ist immer schön, dass man zeigen kann, worüber man redet. Ich kann schnell verständlich etwas darstellen, was es nicht gibt. Stand-up ist ein wortlastiges Medium, es ist sozusagen das Malen von Bildern in den Köpfen der Zuhörer. Das ist die Verbindung beider Sparten. Ich glaube, wenn ich die Cartoons nur mit Worten beschreiben würde, könnte niemand folgen. Das gesprochene Wort muss immer in der Realität verankert sein und das Publikum sieht nur mich auf der Bühne. Dafür ist man bei Stand-up viel auf Reaktionen angewiesen. Ich kenne mein Publikum im Vorfeld nicht und muss erst herausfinden, wofür es sich interessiert. Es ist ein Gespräch, für das ich die Zügel in der Hand habe und bei dem ich auch auf die Zuhörer eingehen kann. Bei Kunst muss ich ja selber wissen, dass sie gut ist, aber bei Stand-up Comedy weiß ich erst, ob mein Witz gut war, wenn die Leute lachen.

Woran arbeiten Sie aktuell?
Neulich habe ich mich wieder an eine lustige Situation erinnert: Ich war kürzlich in einer Ausstellung mit lauter Landschaftsmalereien und dachte bis zu dem Zeitpunkt, dass Selfiesticks das Schlimmste seien – doch dann sind Leute mit Nordic-Walking-Sticks an mir vorbeigelaufen! Daraus will ich noch eine Zeichnung oder eine Comedynummer basteln. Ansonsten schreibe und zeichne ich jeden Tag und trete fast jeden Tag auf, das ist eine wunderbare Mischung.

Vielen Dank an Julia Zalewski für das tolle Interview. Als ich einer Journalisten-Freundin sagte, dass ich selten so gute Fragen gestellt bekommen habe, sagt sie nur trocken “gewöhn dich bloß nicht dran”. Danke!

Die Cartoons habe ich übrigens bei meiner letzten Liveshow gezeigt. Es gibt noch irgendwo ein Video davon, mit Lachern I swear, ich suche es heraus..