The Thing With Online Hate

It’s almost funny: Comedians write comedy but all they read is hate. Though it’s a problem theoretically easy to solve: Don’t write hate comments. Don’t read hate comments. But the problem with online hate for comedians lies deeper, beyond the comedian’s ego.

This week, I performed at a comedy show that is streamed online on youtube. From previous experiences the comments are brutal, so I’ve heard. Especially, and this shouldn’t be a surprise, for female comedians. But: more comments, more clicks. Right before I went onstage, one colleague read to me out loud the mean comments people wrote during his performance just minutes before. I wondered why he did that.
Because I don’t care if someone presses thumbs down on my videos. I don’t care if some dude leaves an expert comment like „unfunny cunt“. If you don’t like me, you’re probably not my target audience. Case closed. For me.

What I do care about is that hate online propagates hate in real life. It radicalizes, moves boundaries of what’s considered acceptable, away from empathy to apathy. Simply put, words matter. They change how we think and thoughts change how we behave.

People who write hate comments live among us like normal people. They don’t wear an asshole badge on their forehead. We sit on the same bus, work together, we might have matched on Tinder. Somewhere some guy, who insults me online, might go on a date. If she’s lucky, he shows his hate as bluntly as online. Worst case, he slowly dribbles his misogyny on a women, who might not have a hard-boiled fuck off attitude like me. I cannot protect these women and that makes me sick. My only hope: if you meet someone who lets your asshole radar ping: run, block, repeat! You’re better off alone.

Comedians often say they’re dead inside. In fact, I still feel something: pity – for those who tragically think their poisonous opinion online matters. Who waste their time hating instead of looking for something they love. Or have you ever seen jazz enthusiasts heckle a rap concert? I want to hug them, give them the attention they so badly need. Face to face. I want to show them love, listen to them, talk to them about what they find funny. What scares them, what do they feel threatened by? I want to look them into their eyes while we talk about hate. Marina Abramovic style. Unfortunately, I don’t have time for all of them.
So I can only say: Do not indulge in hate, but dare to show love.

Kunst Cartoons und Interview bei Monopol

Monopol Magazin für Kunst und Leben hat meine Cartoons über Kunst geteilt und ein Interview mit mir geführt:

Ingrid Wenzel zeichnet, was sie gerne im Museumsshop sehen würde: Die Stand-up-Comedian, Illustratorin und Kunsthistorikerin denkt sich Produkte aus, die von Kunstwerken und Künstlern beeinflusst sind und erdet so deren Aura. Wir haben die 30-jährige Berlinerin gesprochen – und zeigen ihre besten Kunstwelt-Cartoons.

Ingrid Wenzel, in Ihren Cartoons verbinden Sie Kunst und Witz. Warum kann die Kunstwelt ein bisschen mehr Humor ganz gut vertragen?
Ich glaube, dass die Kunstwelt nicht nur viel mehr Humor vertragen kann, sondern auch selbst total viel Humor liefert. Dafür muss man sie nur mit offenen Augen betrachten und für komödiantische Assoziationen und Gelegenheiten offen bleiben. Humor ist auch eine Chance, um Kunstverständnis zu fördern und Menschen den Zugang zu Kunst zu erleichtern. Aber manchmal mache ich mich auch einfach gerne lustig über Dinge, die im Museum passieren. Ich bin zum Beispiel mal an einem Gerhard-Richter-Gemälde vorbei gelaufen, vor dem eine Frau stand, die laut vorlas, wer es malte: “Ach, eine Gertrude Richter!” Sowas kann ich mir nicht ausdenken, das ist zu schön.

Neben Ihrer Tätigkeit als Illustratorin und Stand-up-Comedian sind Sie auch studierte Kunsthistorikerin. Welche neue Perspektive ermöglicht Ihnen die Auseinandersetzung durch Cartoons auf die Kunst?
Während meines Studiums in Bochum und Stockholm habe ich die Kunstszene immer als etwas spaßbefreit empfunden. In meinen Referaten habe ich beispielsweise immer gerne kleine Witze gemacht, über die dann jedoch keiner gelacht hat. Humor wird immer verstanden als “sich über etwas lustig machen”, dabei ist Lachen ja gerade etwas Verbindendes. Für mich ist Humor vielmehr die Auseinandersetzung und Wertschätzung der Kunst. Ich möchte die Kunst nicht bloßstellen, sondern durch Humor noch mehr auf den Punkt bringen und einen neuen Zugang schaffen. Ich kann mir vorstellen, mal eine Comedyshow in einem Kunstmuseum zu machen, als neue Art der Kunstvermittlung. Genauso, wie man die Ikonografie bei der Betrachtung eines historischen Gemäldes lesen lernen muss, braucht man bei meinen Cartoons Kenntnis und Vorwissen, um den Witz in ihnen zu verstehen. Ich mag also beides, Humor als Zugang zu Kunst und Kunst-Humor.

Können Ihre Cartoons auch als eine Kritik an der Kunstwelt gelesen werden?
Meine Cartoonreihe ist keine direkte Kritik an der Kunstwelt, aber kann durchaus einen Diskurs eröffnen. Als Beispiel, ich fand Banksys Schredderaktion ja schon lustig. Das Motiv gibt es auf Tassen und Kissen. Seine Kritik am Kunstbetrieb und der Kommerzialisierung seiner Kunst überspitze ich noch, indem ich mir ein verkäufliches Produkt seiner Kunst geschreddert vorstelle. Ich übertreibe also etwas, was eh schon existiert. Wenn ich das Fransenkleid wirklich einmal im Museumsladen sehen sollte, weiß ich nicht, ob ich lachen oder schreiend in einen Schredder rennen soll.

Mit einer der letzten “Tatortreiniger“-Folge oder dem neuen Netflix-Film “Velvet Buzzsaw – Die Kunst des toten Mannes” gab es kürzlich wieder einige Produktionen, die mit den Klischees der Kunstwelt spielen. Würden Sie sagen, dass Kunst-Cartoons vielleicht auch Gefahr laufen, diese Klischees zu reproduzieren?
Absolut. Klischees sind leider immer der einfachste Weg zu einer Pointe. Dieses “Ist das Kunst oder kann das weg?” kann ich nicht mehr hören. Es ist leider immer einfacher zu sagen: “das kann ich auch”, als sich wirklich mit abstrakter Kunst auseinanderzusetzen. In meinen Zeichnungen reduziere ich ein komplexes Kunstwerk auf ein imaginäres, verkäufliches Produkt. Für mich ist das mehr Hommage als Klischee. Mal mache ich mich über ein markantes Merkmal der Kunst oder die Rezeption und Vermarktung lustig. Als ich beispielsweise vor dem Rothko-Original stand, auf das sich mein Badewannen-Cartoon bezieht, hörte ich eine Besucherin sagen: “Hm, das ist ja nur rot-blau.” Nicht die Kunst selbst, sondern ihre Betrachtung versuche ich mit dem Badewannen-Cartoon zu karikieren. Ich würde das Badeöl übrigens trotzdem kaufen, eher als eine Postkarte oder einen Seidenschal.

Was unterscheidet die sprachliche und die zeichnerische Auseinandersetzung mit der Kunst?
Bei einem Bild ist immer schön, dass man zeigen kann, worüber man redet. Ich kann schnell verständlich etwas darstellen, was es nicht gibt. Stand-up ist ein wortlastiges Medium, es ist sozusagen das Malen von Bildern in den Köpfen der Zuhörer. Das ist die Verbindung beider Sparten. Ich glaube, wenn ich die Cartoons nur mit Worten beschreiben würde, könnte niemand folgen. Das gesprochene Wort muss immer in der Realität verankert sein und das Publikum sieht nur mich auf der Bühne. Dafür ist man bei Stand-up viel auf Reaktionen angewiesen. Ich kenne mein Publikum im Vorfeld nicht und muss erst herausfinden, wofür es sich interessiert. Es ist ein Gespräch, für das ich die Zügel in der Hand habe und bei dem ich auch auf die Zuhörer eingehen kann. Bei Kunst muss ich ja selber wissen, dass sie gut ist, aber bei Stand-up Comedy weiß ich erst, ob mein Witz gut war, wenn die Leute lachen.

Woran arbeiten Sie aktuell?
Neulich habe ich mich wieder an eine lustige Situation erinnert: Ich war kürzlich in einer Ausstellung mit lauter Landschaftsmalereien und dachte bis zu dem Zeitpunkt, dass Selfiesticks das Schlimmste seien – doch dann sind Leute mit Nordic-Walking-Sticks an mir vorbeigelaufen! Daraus will ich noch eine Zeichnung oder eine Comedynummer basteln. Ansonsten schreibe und zeichne ich jeden Tag und trete fast jeden Tag auf, das ist eine wunderbare Mischung.

Vielen Dank an Julia Zalewski für das tolle Interview. Als ich einer Journalisten-Freundin sagte, dass ich selten so gute Fragen gestellt bekommen habe, sagt sie nur trocken “gewöhn dich bloß nicht dran”. Danke!

Die Cartoons habe ich übrigens bei meiner letzten Liveshow gezeigt. Es gibt noch irgendwo ein Video davon, mit Lachern I swear, ich suche es heraus..

Drawing on ipad with apple pencil and procreate

I don’t like digital art. I like my art dirty and raw. The smell of paint makes me high. The thick layers of a Van Gogh painting make me hungry for mud pie. Painting is physical. Imagine the expressionists painted on computers, they’d all have chronic back pain. Painting digitally is lacking coincidence. Coincidence paints the best pictures. Cry on paper and you can paint a mascara watercolor. Cry on your ipad and you cry more because it breaks because it’s not waterproof.

I sound like a curmudgeonette who hates anything digital. Fine, but with all things that I don’t like I try them out at least once. The ipad now joins me trying rotten Swedish fish and sport. So for this drawing experiment, I used an ipad with an apple pen and the app “procreate”. This is how it was for me:

The best part about drawing on an ipad: it’s fun.

You can eat while doing it and not worry about accidentally swallowing paint. Also, people are often afraid to draw or write the first word on a white paper. Perfectionism kicks in and you end up not drawing anything leaving the paper blank. Doing that digitally helps, because it’s playful, you can erase quickly and no pile of tossed paper reminds you of your failure.

The worst part about drawing with an ipad: you have to buy an ipad.

The ipad is just too expensive for a toy. The app “procreate” is cool but definitely has too many brushes to choose from. It’s like looking into a make up artist’s work place and getting all insecure because I only own a chapstick. To get used to the mechanics I did some free hand drawings and then just drew over photos of mine. Which felt lazy but it’s a good exercise. Drawing on my ipad feels generally like cheating. Before that, I had to mix colors (and often messed up) and now I just klick on lavender-blue. I have to wash my hands afterwards, not because I’m dirty but to wash off the guilt of not really having done anything real. My plan now is to really get to know the app and see how I can use it for comedy too.

So here are some studies I’ve done while watching bumping mics on netflix, how do you like them?

even though i like the overall picture, my face still looks too stiff ..and, well, digitally drawn from a photo.
i like this one cuz it’s playful and simple.
me imagining my snappy face on a big canvas
“me and my cacti” – this is drawn after one of my favorite polaroids
This is how I draw all day. I’m one brush stroke away from a pinched nerve.
practice makes perfect so i draw me as often as possible
i’m a baseball clown who are you?