How to make Cold Brew Coffee

When I stayed in California, I had this ritual. Every morning, I would walk up to this coffee shop, I forgot the name. I would order their iced coffee and start my day. I would take a walk, sit down on a bench, read and draw a bit under a tree, take a nap at the botanical garden and at night perform at an open mic. And then I already awaited the next day to repeat my ritual. Those were the happiest days, and they started with cold coffee. I was bewildered how they make it taste so smooth. The bitterness of coffee kept to a minimum, leaving no trace of brown coating on my tongue. Just gulping down brown, tasty water. How did these magicians do it? Today I know. It’s cold brew! It’s tastier than drinking cooled, old, bitter coffee from the day before. Today I make cold brew myself. It’s super easy! And cheaper than running to the coffee shop every morning, though I miss that ritual. That’s why I illustrated this autobiographical recipe for you from the first time I ever made it:

I refer to this first batch as the Cold Brew Disaster. From then on I never strained it as thoroughly ever again. I dump the coffee mix through a rough strainer, that’s it, and remind myself to stop drinking before I hit the viscous goo on the ground of my cup.

I drew this illustration with the app procreate. I can’t stress enough how much I love this app. I uploaded the time-lapse video of my drawing process here:

 

The Thing With Online Hate

It’s almost funny: Comedians write comedy but all they read is hate. Though it’s a problem theoretically easy to solve: Don’t write hate comments. Don’t read hate comments. But the problem with online hate for comedians lies deeper, beyond the comedian’s ego.

This week, I performed at a comedy show that is streamed online on youtube. From previous experiences the comments are brutal, so I’ve heard. Especially, and this shouldn’t be a surprise, for female comedians. But: more comments, more clicks. Right before I went onstage, one colleague read to me out loud the mean comments people wrote during his performance just minutes before. I wondered why he did that.
Because I don’t care if someone presses thumbs down on my videos. I don’t care if some dude leaves an expert comment like „unfunny cunt“. If you don’t like me, you’re probably not my target audience. Case closed. For me.

What I do care about is that hate online propagates hate in real life. It radicalizes, moves boundaries of what’s considered acceptable, away from empathy to apathy. Simply put, words matter. They change how we think and thoughts change how we behave.

People who write hate comments live among us like normal people. They don’t wear an asshole badge on their forehead. We sit on the same bus, work together, we might have matched on Tinder. Somewhere some guy, who insults me online, might go on a date. If she’s lucky, he shows his hate as bluntly as online. Worst case, he slowly dribbles his misogyny on a women, who might not have a hard-boiled fuck off attitude like me. I cannot protect these women and that makes me sick. My only hope: if you meet someone who lets your asshole radar ping: run, block, repeat! You’re better off alone.

Comedians often say they’re dead inside. In fact, I still feel something: pity – for those who tragically think their poisonous opinion online matters. Who waste their time hating instead of looking for something they love. Or have you ever seen jazz enthusiasts heckle a rap concert? I want to hug them, give them the attention they so badly need. Face to face. I want to show them love, listen to them, talk to them about what they find funny. What scares them, what do they feel threatened by? I want to look them into their eyes while we talk about hate. Marina Abramovic style. Unfortunately, I don’t have time for all of them.
So I can only say: Do not indulge in hate, but dare to show love.

Kunst Cartoons und Interview bei Monopol

Monopol Magazin fĂĽr Kunst und Leben hat meine Cartoons ĂĽber Kunst geteilt und ein Interview mit mir gefĂĽhrt:

Ingrid Wenzel zeichnet, was sie gerne im Museumsshop sehen wĂĽrde: Die Stand-up-Comedian, Illustratorin und Kunsthistorikerin denkt sich Produkte aus, die von Kunstwerken und KĂĽnstlern beeinflusst sind und erdet so deren Aura. Wir haben die 30-jährige Berlinerin gesprochen – und zeigen ihre besten Kunstwelt-Cartoons.

Ingrid Wenzel, in Ihren Cartoons verbinden Sie Kunst und Witz. Warum kann die Kunstwelt ein bisschen mehr Humor ganz gut vertragen?
Ich glaube, dass die Kunstwelt nicht nur viel mehr Humor vertragen kann, sondern auch selbst total viel Humor liefert. DafĂĽr muss man sie nur mit offenen Augen betrachten und fĂĽr komödiantische Assoziationen und Gelegenheiten offen bleiben. Humor ist auch eine Chance, um Kunstverständnis zu fördern und Menschen den Zugang zu Kunst zu erleichtern. Aber manchmal mache ich mich auch einfach gerne lustig ĂĽber Dinge, die im Museum passieren. Ich bin zum Beispiel mal an einem Gerhard-Richter-Gemälde vorbei gelaufen, vor dem eine Frau stand, die laut vorlas, wer es malte: “Ach, eine Gertrude Richter!” Sowas kann ich mir nicht ausdenken, das ist zu schön.

Neben Ihrer Tätigkeit als Illustratorin und Stand-up-Comedian sind Sie auch studierte Kunsthistorikerin. Welche neue Perspektive ermöglicht Ihnen die Auseinandersetzung durch Cartoons auf die Kunst?
Während meines Studiums in Bochum und Stockholm habe ich die Kunstszene immer als etwas spaĂźbefreit empfunden. In meinen Referaten habe ich beispielsweise immer gerne kleine Witze gemacht, ĂĽber die dann jedoch keiner gelacht hat. Humor wird immer verstanden als “sich ĂĽber etwas lustig machen”, dabei ist Lachen ja gerade etwas Verbindendes. FĂĽr mich ist Humor vielmehr die Auseinandersetzung und Wertschätzung der Kunst. Ich möchte die Kunst nicht bloĂźstellen, sondern durch Humor noch mehr auf den Punkt bringen und einen neuen Zugang schaffen. Ich kann mir vorstellen, mal eine Comedyshow in einem Kunstmuseum zu machen, als neue Art der Kunstvermittlung. Genauso, wie man die Ikonografie bei der Betrachtung eines historischen Gemäldes lesen lernen muss, braucht man bei meinen Cartoons Kenntnis und Vorwissen, um den Witz in ihnen zu verstehen. Ich mag also beides, Humor als Zugang zu Kunst und Kunst-Humor.

Können Ihre Cartoons auch als eine Kritik an der Kunstwelt gelesen werden?
Meine Cartoonreihe ist keine direkte Kritik an der Kunstwelt, aber kann durchaus einen Diskurs eröffnen. Als Beispiel, ich fand Banksys Schredderaktion ja schon lustig. Das Motiv gibt es auf Tassen und Kissen. Seine Kritik am Kunstbetrieb und der Kommerzialisierung seiner Kunst überspitze ich noch, indem ich mir ein verkäufliches Produkt seiner Kunst geschreddert vorstelle. Ich übertreibe also etwas, was eh schon existiert. Wenn ich das Fransenkleid wirklich einmal im Museumsladen sehen sollte, weiß ich nicht, ob ich lachen oder schreiend in einen Schredder rennen soll.

Mit einer der letzten “Tatortreiniger“-Folge oder dem neuen Netflix-Film “Velvet Buzzsaw – Die Kunst des toten Mannes” gab es kĂĽrzlich wieder einige Produktionen, die mit den Klischees der Kunstwelt spielen. WĂĽrden Sie sagen, dass Kunst-Cartoons vielleicht auch Gefahr laufen, diese Klischees zu reproduzieren?
Absolut. Klischees sind leider immer der einfachste Weg zu einer Pointe. Dieses “Ist das Kunst oder kann das weg?” kann ich nicht mehr hören. Es ist leider immer einfacher zu sagen: “das kann ich auch”, als sich wirklich mit abstrakter Kunst auseinanderzusetzen. In meinen Zeichnungen reduziere ich ein komplexes Kunstwerk auf ein imaginäres, verkäufliches Produkt. FĂĽr mich ist das mehr Hommage als Klischee. Mal mache ich mich ĂĽber ein markantes Merkmal der Kunst oder die Rezeption und Vermarktung lustig. Als ich beispielsweise vor dem Rothko-Original stand, auf das sich mein Badewannen-Cartoon bezieht, hörte ich eine Besucherin sagen: “Hm, das ist ja nur rot-blau.” Nicht die Kunst selbst, sondern ihre Betrachtung versuche ich mit dem Badewannen-Cartoon zu karikieren. Ich wĂĽrde das Badeöl ĂĽbrigens trotzdem kaufen, eher als eine Postkarte oder einen Seidenschal.

Was unterscheidet die sprachliche und die zeichnerische Auseinandersetzung mit der Kunst?
Bei einem Bild ist immer schön, dass man zeigen kann, worüber man redet. Ich kann schnell verständlich etwas darstellen, was es nicht gibt. Stand-up ist ein wortlastiges Medium, es ist sozusagen das Malen von Bildern in den Köpfen der Zuhörer. Das ist die Verbindung beider Sparten. Ich glaube, wenn ich die Cartoons nur mit Worten beschreiben würde, könnte niemand folgen. Das gesprochene Wort muss immer in der Realität verankert sein und das Publikum sieht nur mich auf der Bühne. Dafür ist man bei Stand-up viel auf Reaktionen angewiesen. Ich kenne mein Publikum im Vorfeld nicht und muss erst herausfinden, wofür es sich interessiert. Es ist ein Gespräch, für das ich die Zügel in der Hand habe und bei dem ich auch auf die Zuhörer eingehen kann. Bei Kunst muss ich ja selber wissen, dass sie gut ist, aber bei Stand-up Comedy weiß ich erst, ob mein Witz gut war, wenn die Leute lachen.

Woran arbeiten Sie aktuell?
Neulich habe ich mich wieder an eine lustige Situation erinnert: Ich war kĂĽrzlich in einer Ausstellung mit lauter Landschaftsmalereien und dachte bis zu dem Zeitpunkt, dass Selfiesticks das Schlimmste seien – doch dann sind Leute mit Nordic-Walking-Sticks an mir vorbeigelaufen! Daraus will ich noch eine Zeichnung oder eine Comedynummer basteln. Ansonsten schreibe und zeichne ich jeden Tag und trete fast jeden Tag auf, das ist eine wunderbare Mischung.

Vielen Dank an Julia Zalewski fĂĽr das tolle Interview. Als ich einer Journalisten-Freundin sagte, dass ich selten so gute Fragen gestellt bekommen habe, sagt sie nur trocken “gewöhn dich bloĂź nicht dran”. Danke!

Die Cartoons habe ich ĂĽbrigens bei meiner letzten Liveshow gezeigt. Es gibt noch irgendwo ein Video davon, mit Lachern I swear, ich suche es heraus..