Pop-up Ausstellung “Personal Pandemic” in Potsdam

Unser Fotokurs der Kunsthochschule Weißensee von Andreas Meichsner hat eine Pop-up Ausstellung in Potsdam dieses Wochenende. Unter anderem könnt ihr mein Corona Fototagebuch “Everything is fine” anschauen – von der Strasse aus im Schaufenster. Wo? Hier: A/E Galerie Potsdam Charlottenstraße 13. Wann? Fr., 26.3 15-19 Uhr, Sa., 27.3 15-20 Uhr, So., 28.3 15-19 Uhr.
Hier ein paar Impressionen:

Corona Plakatkampagne

Für einen Kurs an der Kunsthochschule Berlin Weißensee kooperierten wir mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Wir wurden eingeladen, Corona Kampagnen zu entwerfen. Insgesamt habe ich um die 80 Poster designed, im Stadtbild kann man zur Zeit um die 30 Motive entdecken, auf deutsch, englisch, türkisch und spanisch.

Meine akribisch konzipierten Sprüche sehen aus wie vermeintlich spontan hingeschmiert, um dem Ganzen eine Leichtigkeit zu verleihen als Kontrast zu den sonst so sterilen Kampagnen. Meinen Spaß beim Gestalten wollte ich an die Betrachter weitergeben. Auf einen erhobenen Zeigefinger hatte ich keine Lust, der deutet nur in den luftleeren Raum, da habe ich lieber die Faust aufs Auge. Wichtig war mir, dass die Kampagne lustig ist. Mit Humor kann ich Menschen ernst nehmen, es drückt aus: Ich traue dir schlaue Witze zu, nicht nur Paragraphen. Mein Ziel war es, dass die Leute die Poster in einem Rausch abgehen, es soll klingen wie eine Pandemie Symphonie der Großstadt. Der Grundton: freundlich, lustig, wertschätzend.

Als Illustratorin war es für mich schon eine Herausforderung, Poster zu gestalten, die nur mit Text funktionieren. Meine ersten Entwürfe hatten alle noch Zeichnungen. Aber da ich als Comedian gerade nicht auftreten kann, war es irgendwie auch ganz schön, mal auf Postern zu performen.

Ursprünglich, im Oktober, ging es noch darum, junge Menschen zu sensibilisieren, sie galten damals als am häufigsten Infizierte. Das hat sich nun geändert, jetzt geht es darum weiterzumachen und wertzuschätzen. Wir haben schon viel positives Feedback bekommen, die Presse hat berichtet hier und hier (Ritterschlag für Autorinnen immer die Frage „Haben Sie sich die Sprüche wirklich selber ausgedacht?“…). Ich habe sogar einer Kita im Süden Berlins auf Wunsch ein paar Poster zukommen lassen.

Trotz digitalem Semester war der Austausch unter den Studierenden und den Profs. inspirierend, ganz alleine hätte ich so eine Kampagne nicht hinbekommen. Hier könnt ihr auch die Ideen der anderen einsehen: Link zur Kunsthochschule

Eigentlich sollte jedeR BürgerIn eine Plakatkampagne entwerfen. Seitdem ich daran arbeitete, habe ich die Corona Regeln so hart eingehalten, dass mir ja keine Scheinheiligkeit vorgeworfen werden kann:-D

Und hier sind ein paar Screenshots meiner Poster (Photoquellen jeweils im Screenshot):

Ein spätes Erstsemester

Ich studiere neuerdings wieder. Aber ich wollte es eigentlich niemandem erzählen.

Ich würde auch niemandem erzählen, falls ich seit Neuestem ins Fitnessstudio gehe. Ebenso wenig teile ich mit, wenn ich ein Buch beginne zu lesen. Noch schweigsamer werde ich, falls ich gedenke eins selbst zu schreiben.  „Wie läufts mit dem Roman“, nein das fragt mich keiner. Weil es keiner weiß. 

Denn aus Erfahrung kann ich bei Vertragsabschluss im Fitnessstudio schon vorausagen, dass ich die Hanteln rechts und links liegen lassen werden und die Sauna die Einzige ist, die mich schwitzen sehen wird. 

Nein, den Genuss gönne ich meinen Mitmenschen auf Facebook nicht, wenn sie herausfinden, dass der Post nur ein leeres Versprechen war und ich eigentlich schon wieder in meiner Couchritze klemme. 

Erst wenn ich bei einem Wrestling Championship im Schwergewicht gewinne, gebe ich vielleicht meine Anfangs-Ambitionen zu. Ja okay ich geh seit nem Jahr zu Mrs. Sporty und jetzt bin ich INGO DER ZERSTÖRER RRRAAAARRRRRRR.

Jedem Anfang liegt bei mir nicht nur ein Zauber inne, sondern halt auch ein wahrscheinlicher Abbruch.

„Follow Through“ war schon immer mein Problem. Heute begreife ich aber langsam, dass die andere Spur im Stau nicht gut ist. Dass die neu aufgemachte Kasse nicht die bessere ist. Dass der vorbeilaufende Boy, der mir Aufmerksamkeit schenkt, nicht der Beste ist.

Nun ist ein Studium keine Fitness oder Supermarktkasse und erst recht kein einzelnes Buch. Und so hatte ich trotzdem eigentlich nie vor, jemandem von meinem Masterstudium zu erzählen. Ich wollte es einfach machen. Und Dank Corona (huch, das hört man selten) klappte es überhaupt. Der Lockdown und das Auftrittsverbot als Comedian erinnerten mich daran, was ich schon immer vorhatte: eine bessere Künstlerin als gestern zu sein. 

Seit Jahren arbeite ich als Freelancer. Positives Feedback gibt es da nur in der Form von „Ok, wir buchen dich“. Jetzt in völliger Freiheit konzeptionell arbeiten können, ist ein neu entdecktes Privileg. Zum ersten Mal höre ich, nicht wie man etwas besser verkauft, sondern wie man die Kunst verbessert. Jetzt in meinem ersten Semester habe ich ein Comicheft geschrieben und gezeichnet, ein Corona Foto-Tagebuch verfasst und eine Posterkampagne in Berlin gestaltet. Und ich war nicht einmal analog an der Uni!

Wie ein schlechtes Buch lege ich nun auch mein kleines Ego beiseite und werde euch hier und da berichten, was ich an der Weißensee Kunsthochschule Berlin so alles lerne. Also, falls ich es durchziehe!

Christmas Live Stream Dec. 24 8pm Berlin time – die Weihnachtsgeschichte als Live Drawing

Bin ich eigentlich die einzige, die Weihnachten alleine ist? Vielleicht kann ich ja mit meinem Xmas Live Stream noch jemanden zur Kontaktreduktion überreden? Oder euch vor der Verwandtschaft oder awkward Spieleabenden mit Bekannten retten. Am 24.12 zur besten Sendezeit um 20 Uhr Berlin time zeichne ich euch live die Weihnachtsgeschichte, für alle die alleine sind und sich alternatives Entertainment wünschen. Einfach um 20 Uhr auf den Live Link klicken und dabei sein:)

Hier ist der Link zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/728906241392648/

Und hier ist der Link zum Post vom Live Video: https://www.facebook.com/ingridwenze/posts/3897979946911559

Quasi ein Krippenspiel der anderen Art. Für alle, die an Weihnachten alleine oder sad sind, die Netflix und ARD durchgeschaut haben: An Heiligabend zeichne ich für euch live die Weihnachtsgeschichte (nach Lukas/Markus/Medley und auf deutsch mostly)

(Dieser Live Stream ist erstmal nur ein Experiment, deshalb erstmal nur auf Facebook)

Hier sind ein paar Videostills vom letzten Live Stream letzte Woche. Und hier der Link zum Nachschauen: https://www.youtube.com/watch?v=CuzdmJBPxfQ

 

“Cooking onions and playing Cyberpunk2077”
Drawing a ginger bread heart for your entertainment
View of my desk
Maestra
Advocating for a Böllerverbot
Arguing with a violinist
Singing a song written with blood
Live drawing before the show started

 

Open Studio Stream Dec 5th 8pm CET

 

In my second online workshop/lecture/comedy performance, I will show you how to craft low budget Christmas presents (for people you LIKE!). Bring some normal paper, some pens and scissors. Anyone can do this!

The live stream is free but I encourage you to donate to Comedy Café Berlin and help them stay alive! Comedy Café Berlin is one of the most important addresses for underground and innovativ comedy in Germany. Instead of spreading joy every day they have to be closed. So I will spread some joy for them online: this Saturday, 8 PM Berlin time.

The Comedy Café Berlin also got a whole new line of merch so you can show off your love for CCB in style!

Watch the stream on Facebook: https://www.facebook.com/1382860605346843/posts/2048457288787168/

Watch on Twitch: https://www.twitch.tv/comedycb

Watch on YouTube:

Online Spendengala für die Klinik Clowns

Meine Illustrationen für die Klinik Clowns Performance

What a clown!

Diesen Monat haben wir eine Spendengala für den Dachverband der Clowns in Medizin und Pflege gefeiert. Ein online Event für alle und am Ende wurden insgesamt über 10000 Euro gespendet. Ich habe mit einer illustrierten Performance und Graphik Recording beigetragen. Hier sind erstmal nur ein paar Eindrücke von Social Media, die professionelle Aufzeichnung der Impulspiloten poste ich dann noch mal. Wer noch spenden möchte: macht das unbedingt schnell bis zum 31.12 dann könnt ihr es nächstes Jahr schon absetzen:-)))

Wie arbeiten Klinikclowns überhaupt mit Abstand? Ein Beispiel ist hier: klickediklick

The Clowns checking out my drawings : D

 

 

Als Stand-up Comedian bin ich natürlich Fan von allem Artverwandten. Ich habe auch selber mal bei mehreren Clown Workshops mitgemacht. Oft war ich die einzige „vom Fach“. Und immer war ich die Schlechteste. Warum? Weil Stand-up Comedians und Comic Zeichnerinnen einfach total verkopft sind. „Was könnte ich als nächstes Lustiges sagen“. Aber Clowns denken (so) nicht, sie fühlen einfach, from heart to heart. Imagine Stand-up Comedians working in hospitals, ugh kill me now! Let’s support these clowns

 

I can’t wait for the professional footage to replace my sad collage : D Danke an Chezame und Vaya Wieser-Weber for the pics tho : D

 

Update: Hier ist die ganze Spendengala, ab 2:29:19 ist mein Einsatz:

 

 

How to perform digitally

These past months I’ve been performing at digital art shows and virtual business events. Here’s what I’ve learned:

Invest in a basic set-up

Use a computer, avoid phones and tablets. 
Get some basic light: some have spots, which are easy to control. Softboxes make a cozy light, but take up more space. Some use rings, which are cheaper but also less flexible. Do some research what’s best for you, ask colleagues. 
Background: depending on the type of event I’d say find a neutral background. Sit on the „wrong“ side of the desk facing away from the wall. I personally find wallpaper charming so I did not buy a fancy background. I would advise against funky digital backgrounds, they make your hair look like distractingly bad photoshop and all I am thinking is “what is this person hiding???”.
Mic: get one. Do some research depending on budget and personal taste.  Or have at least a basic headset. 
Rule of thumb: a cable is always more reliable than wireless. But too many cables are hell. You will have to demummify every time you use the bathroom. Find the sweet spot for your own sanity. Mine is two. 
Get familiar with the audio settings of your computer and browser one day before the event. Ask the event organizer which browser they recommend for the video software.

Now you’ve prepared. Now let’s do the event.

Be always ready 

Virtual events are volatile. A speaker might not show up and suddenly you’re on earlier. And then you say „oh shit“ and the 1000 attendees heard you. Sometimes the technical team presses a wrong button and accidentally throw you on the livestream without you knowing. So when you’re on, you’re on.

The camera is never off

When you’re off, you’re on, too. Even though you turned your camera and mic off, people might still hear and see you. Yep, these video apps have been quite leaky so once a camera is directed at you, it might be taping you. Even if you do not see yourself, even if you turned your camera off. My advice: a post-it on the camera. Or smile erratically the entire time: 

 

Don’t make it weird

Yes, virtual events are weird. We all know it so you do not have to say it. It’s like at a show with only three people in the audience. If the host addresses how no one showed up, I want to leave immediately. The people who are there, in person or digitally, are at the right spot, at the right time. Now give them a feeling of appreciation and belonging. Don’t make it weird. If you feel weird yourself prepare yourself (see next points).

Do I look at them or at myself?

I do not know. Some only look at the camera (can be too intense), some only look at themselves (seems aloof). I like to let my eye wander, like I would at a live show. If I can control it, I place my own video under the webcam so it kinda looks like I am looking at the camera and can still control my performance if I feel like it.

 

Less is more

Attention online is limited even more. Anything that could distract from your performance will distract from your performance. I love a physical, powerful performance. But online, less is more. Sit still. No wild gesticulations. The audience’s internet might be low and then you just look like a glitch on the loose. Keep the volume even, do not give the people with headphones tinnitus. 

But too little is even less: Be aware of how you appear in the frame. Can you use the space creatively? A white shirt on white background? Boring. Also: Get a big fluffy brush and neutral finishing powder. Throw it on your oily spots. The audience does not need to be reflected on your forehead. The nurturing brush also helps against anxiety. 

What am I doing here?

You might ask yourself talking to yourself into the camera. Ask yourself instead: what do I want the (invisible) audience to say about my performance afterwards? Generally good advice for every performances. In the beginning of my career I would often hide in the venue’s bathroom after my performance to see what people really think of me. Ugh, I miss analog events. The plus side: you usually do not see your audience anymore and thus cannot focus on those faces, that tell you they hate you. Just imagine people being happy to be here with you. Think of what you have to say and why it is important. Then say it in a genuine, authentic, conversational way. No script reading or you will loose your audience to another tab open! 

 

Be experimental

This is all new to everyone (ok except to youtubers) and you might be able to create some unprecedented performance art. Do not listen to my advice or anyone’s. Make your own mistakes and become a one of a kind performer. Digital events are full of mistakes so the audience is also more forgiving of yours.

Did I miss anything? Tell me please.